<p><strong>Saft oder Frucht saft</strong></p><p>Gemeint ist hier 100% Frucht saft mit einem ebenso hohen Saft gehalt. Saft arten deren Saft pur zu genießen ist: Apfel saft, Orangen saft, Grapefruitsaft</p><p>Egal ob nur eine Fruchtart verwendet wurde oder ob es eine Mischung aus <strong>verschiedenen Fruchtarten ist - eines haben sie gemeinsam: sie enthalten die hochwertigen Inhaltsstoffe der angegebenen Früchte in flüssiger Form.</strong><strong></strong><br></p>

Hüter der Sorten – Markus Zehnder

Markus Zehnder wohnt mitten im Paradies! Im Schwäbischen Streuobstparadies, entlang der Schwäbischen Alb, um genau zu sein. Vor über 20 Jahren kam er nach seinem Gartenbaustudium in Weihenstephan bei Freising und Stationen in Limburgerhof und Freiburg auf die Zollernalb. Hier arbeitet er als Kreisfachberater für Obst- und Gartenbau am Landratsamt Zollernalbkreis in Balingen und hier hat er auch seine Liebe zu den Streuobstwiesen und ihren alten Sortenbeständen entdeckt. Er engagiert sich seit vielen Jahren mit Leib und Seele für deren Erhalt.

„Mehr als 1,5 Millionen Obstbäume bilden bei uns im Herzen von Baden-Württemberg die größte Streuobstlandschaft Mitteleuropas. Über 1.000 Obstsorten und viele Tier- und Pflanzenarten, aber auch unzählige Verarbeitungsbetriebe und Obst- und Gartenbnauvereine haben hier ihre Heimat. Kaum eine Kulturlandschaft in Europa bietet vergleichbar viele Facetten“ so beschreibt er sein Paradies.

Die alten Obstsorten haben einen ganz besonderen Reiz für Markus Zehnder.

„Jede Obstsorte hat nicht nur ein eigenes Aroma und Erscheinungsbild, sondern auch eine eigene Geschichte. Das ist unglaublich faszinierend“. Verblüfft lauschten Laien wie Hobbypomologen auf Veranstaltungen den Ausführungen des Fachmanns Markus Zehnder, wenn er die mitgebrachten Früchte nach Form, Farbe, Schale, Stiel, Größe und vielen anderen Details begutachtete, stets ein kleines Stück davon verkostet und dann seinen Sortentipp abgibt.„Wenn ich über die Hälfte der Sorten, die mir vorgelegt werden sicher erkenne, bin ich zufrieden“, so Zehnder. Obstsortenbestimmung ist ein schwieriges Thema, selbst für ihn als Fachmann. Seit 1994 ist er mit der Obstsortenerfassung beschäftigt. „Faktoren wie Standort und Höhenlage beeinflussen die Ausprägung der Früchte.“ Doch das eigentliche Problem ist für ihn, „dass das Fachwissen ausstirbt“. Sein Wissen hat er von den Baumwarten, mit denen er seit 20 Jahren unterwegs ist, um Äpfel und Birnen zu bestimmen. 350 Sorten habe das Landratsamt erfasst. „Darunter viele Sorten, die es im Handel nicht mehr gibt“, sagt er. Die Baumwarte, die Vorgänger der heutigen Kreisfachberater, waren früher bei den Gemeinden angestellt und hatten die Aufgabe, die Obstbäume zu pflegen. Heute unterstützt er als Kreisfachberater Obstwiesenbesitzer, Vereine, Kommunen und Betriebe bei ihrem Einsatz für die Streuobstwiesen und versucht sein Wissen auch an die nachwachsenden Generationen weiterzugeben, z. B. mit speziell ausgearbeiteten Unterrichtseinheiten für Schulklassen, die er für die Ausbildung von Streuobstpädagogen entwickelt hat.

Es ist noch viel zu tun, um das Paradies in seiner ganzen Sorten- und Artenvielfalt zu erhalten. Aber Markus Zehnder sieht auch viel Engagement und gute Ansätze für die Zukunft. Hier gilt es aus seiner Sicht, Nischen zu finden und insbesondere die Spezialitäten, wie die Streuobstwiesen-Säfte, sortenreinen Edelbrände oder Schaumweine in den Vordergrund zu stellen. Diese Produkte passen wunderbar zu Trends wie Slow Food und sind allemal fähig, ein begeistertes Käuferklientel zu erreichen. Wichtig ist dabei die Zusammenarbeit von Produzenten und einer überregionalen, professionellen Vermarktung. Dazu gehört auch der Tourismus, der mit speziellen Rad- und Wanderrouten die Regionen erschließt. Wer einmal durch diese herrlichen Streuobstwiesen geradelt oder gelaufen ist, lernt sie zu schätzen und erhält eine andere Bindung zu ihren Produkten.

Neben den Unternehmen sieht er aber auch das Engagement der Bürger. Sein Bestreben ist es, bei ihnen Streuobstwiesen als Freizeitgut zu etablieren, als körperliche, unentgeltliche Betätigung in der Natur. Freiwillige können bei entsprechenden Angeboten bei Ernte, Verarbeitung, Maht und Pflege helfen, sei es auf Gemeindebesitz oder wo Besitzer Flächen nicht mehr bewirtschaften möchten oder können. Dieses Erlebnis des Miteinanders schätzt Herr Zehnder, genauso wie viele andere. Und wo schon Kinder mit eingebunden werden, ist die Zukunft der Streuobstwiesen wieder ein Stück mehr gesichert.

Bilder: VdF/Hammer